Monatstipp
März 2026
Gärtnertugend Frühjahrs-Geduld
Die Sonne lacht und Hochfrühlings-Temperaturen locken uns in den Garten. Es wird auch Zeit: durch den frühen Austrieb vieler Zwiebelblumen und auch schon der ersten Stauden ist es allerhöchste Zeit für den Rückschnitt. Den nehmen wir bei den meisten Stauden möglichst tief vor, damit die verbleibenden Stängel später nicht stören. Denken Sie an Handschuhe, dünne gummierte reichen aus und schützen vor kleinen Holzsplittern und auch vor zuviel Erde in den Nagelbetten. Meine Lieblingsschere für diese Arbeit ist die ganz normale spitze kleine „Träubles-Schere“ mit der auch Winzer teilweise noch arbeiten. Mit ihr kommt man gut in dichte Staudenhorste hinein, sie ist leicht und gar nicht teuer. Für gröbere Staudenstängel von Astern oder Sonnenbräuten braucht es dann aber doch die gute alte Felco. Ihre Klingen sind austauschbar und sie ist sehr langlebig (meine ist über 20 Jahre alt!). Auch den Gehölzrückschnitt kann man damit vornehmen.
Besonders begeistert mich um diese Zeit die wundervolle Kombination von Lenzrosen (Helleborus) mit den ersten Zwiebeln. Vor allem Schneeglöckchen und weiße Narzissen passen perfekt zu den schönen Arten und Sorten der Helleborus. Aber Achtung: diese Frühlings-Königinnen sind äußerst vermehrungsfreudig. Sobald die Samenstände zu sehen sind, sollte man sie auch konsequent entfernen (wieder am besten mit der besagten kleinen Schere). Nur wer einen sehr großen Garten zur Verfügung hat, darf mit den oft wunderschönen Sämlingen großzügig umgehen.

Hier wird es Zeit für den Samen-Rückschnitt!
Ansonsten bedrängen diese vitalen Frühblüher gern einmal andere Staudenschätze im Halbschattengarten. Lenzrosen können übrigens auch in voller Sonne aushalten, idealer ist jedoch lichter Schatten. Sie passen auch gut zu Farnen und Gräsern, Kaukasusvergissmeinnicht, Frühlingsgedenkemein und Lungenkraut. Und sie bieten vor allem Hummeln schon sehr früh Nektar an. Wer die Blüten richtig zur Geltung kommen lassen möchte sollte das Laub im Februar direkt an der Erdoberfläche entfernen. So bilden sich bald neue, gesunde Blatthorste. Die alten Blätter sind häufig pilzbefallen und nicht mehr wirklich attraktiv.



Wer kann sich diesem Frühlings-Charme schon entziehen?
Die Aktivitäten im Garten sollten sich momentan noch auf kleinere Pflegemaßnahmen bei den Stauden und den Rückschnitt robuster Gehölze beschränken. Denn noch immer kann es starke Fröste geben, die letzten Jahre haben gezeigt, dass frühe Austriebe oft durch Spätfröste gefährdet sind. Meine Mini-Kiwi friert zuverlässig jedes Jahr zurück – und trägt trotzdem üppig. Diese Kiwis sind ein ganz unkompliziertes Naschkatzenfutter – aber darüber im Herbst mehr. Ein zu früher Rückschnitt kann bei Gehölzen zu Frostschäden führen – deshalb – Geduld! – lieber noch ein wenig warten. Unkompliziert sind Buchse: die können jetzt gut geschnitten werden.
Was immer geht: jäten! Ob wir es nun Beikraut, unerwünschte Konkurrenzflora oder einfach Unkraut nennen, ob wir es aufessen sollen (wer soviel Giersch wohl verträgt…..) oder mit Wohlwollen betrachten – irgendwie stört es oft doch. Deshalb: jetzt ist der Boden meist noch feucht und die Entfernung mitsamt Wurzeln gelingt deutlich leichter als im Mai.
In der Rheinebene kann man aber den Rosenschnitt schon wagen – zur Not muss noch einmal abgedeckt werden. Übrigens: starker Rückschnitt heißt starker Austrieb, schwacher Rückschnitt schwacher Austrieb. Aber Rosen schneiden ist ja eine Kunst für sich – ob Kleinstrauch-, Kletter-, Rambler-, Beet- oder Historische Rose – jede mag ihren individuellen Schnitt. Wenn Ihnen das zu mühsam ist – es gibt ja uns!
Einen schönen Frühjahrsauftakt wünscht
Sylvia Schnick (Gb.-Ing)
Team Mission Grün