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Monatstipp

5 MINUTE READ

Was sind eigentlich Stauden?

Darüber möchte ich Ihnen dieses Mal Klarheit verschaffen. Und Ihnen unten einen tollen Ausflugstipp geben. Aber damit Sie nicht ganz allein gelassen im Garten sind, hier zuerst die wichtigsten Arbeiten:

Unkraut entfernen, Unkraut entfernen, Unkraut entfernen, …

Im Ernst: Sie tun sich selbst einen Gefallen (und Ihrem Rücken), jetzt auf das Unkraut zu achten. Wichtigste Werkzeuge: ein Ausstecher und mein heißgeliebter Kraftjäter (der heißt wirklich so, obwohl ich noch nie gespürt habe, dass er mir mehr Handpower gibt…). Ich selbst benutze statt eines langen Löwenzahnstechers lieber ein sogenanntes Bodenmesser, manchmal wird es auch „Schmaler Handspaten“ genannt. Diese Art von Ausstecher ist an den Kanten angeschliffen, gleitet so leichter in den Boden und kleinere Stauden kann ich damit auch mal setzen, ohne wieder lange nach der verflixten Handschaufel suchen zu müssen. Tipp für „Geräte im Kompostsack-Verlierer“: die Handgriffe in Neon-Orange anmalen. Nicht schön, aber äußerst praktisch, denn wirklich gute Handgeräte sind nicht billig.

Nun zu meinem eigentlichen Anliegen:

Im Team Mission Grün bin ich vor allem für die Staudenpflanzungen zuständig, ganz gleich ob es um Planung oder um die Pflege von Staudenbeeten geht. Mir begegnet daher sehr häufig die Frage: was sind Stauden eigentlich ganz genau? Botanisch definiert sind sie als „krautige, winterharte Pflanzen, die mit an- oder unter der Bodenoberfläche liegenden Knospen überwintern“. Soweit das Sachliche. Stauden sind jedoch so viel mehr: sie bringen ständig wechselnde Blütenabfolgen in den Garten, Farbe, Kontraste, natürlich Insekten und sie steigern den Erlebniswert eines Gartens. Nichts gegen ganz grüne Gärten, ich liebe auch dies und warte immer noch auf die Gelegenheit, einen solchen Garten zu planen – kontemplativ, ruhig und dennoch nicht langweilig sondern voller unterschiedlicher Strukturen und Texturen. Hat jemand von Ihnen Lust?

Wie schön „nur Grün“ sein kann, zeigt dieser Garten im Elsass

Aber das meine große Gartenliebe den Stauden gilt, liegt an den enormen Möglichkeiten, die sich mit ihnen bieten. Stauden haben je nach ihrer Herkunft ihre ganz eigenen Standortsansprüche. Bei über 2000 Arten und Sorten auf dem deutschen Markt bleibt da fast kein Wunsch offen. Und Stauden sind im Vergleich zu den einjährigen Beet- und Balkonpflanzen ungleich nachhaltiger. Sie können sehr alt werden und uns lange im Leben begleiten. So fällt nur einmal Erde, Plastik, Transport an. Nur wenige Stauden benötigen viel Dünger. Ganz anders als Geranien und Petunien. Nichts gegen diese Balkonschönheiten, aber Beete mit Einjährigen zu bepflanzen ist im Vergleich zu Staudenpflanzungen deutlich weniger nachhaltig. Irgendwann wird das auch bei allen Gemeindegärtnern angekommen sein.

Pfingstrosen können uns ein Leben lang begleiten

Damit Stauden an dem für sie passenden Standort gepflanzt werden, braucht es einiges an Erfahrungswissen. Aber dieser Wissenserwerb endet nie und so habe auch ich ganz frisch noch einmal dazu gelernt: das kleine Tränende Herz (Dicentra formosa), ein wirklich entzückender Frühjahrslangzeitblüher mit wunderschönem Laub steht in meinem neuen Garten an einem Trockenhang unter einer Tanne. Hier ist nur ein einziger Standortsanspruch dieses Schattenbodendeckers erfüllt: kalkfrei. Alles andere (humos, nährstoffreich, frisch) stimmt überhaupt nicht. Es ist aber die schönste Herzblume, die ich je sah! Hut ab vor dieser kleinen und äußerst zähen Stauden-Dame.

Die Herzblume zeigt keine Schwächen trotz großer Trockenheit

Die große Schwester Tränendes Herz ist deutlich empfindlicher

Den eigenen Garten, neben dem Erholungswert als Lehrraum zu sehen, wird eher für „Hardcore-GärtnerInnen“ zu Buche schlagen. Alle anderen dürfen sich auf uns verlassen, denn in unserem Team befinden sich neben Gehölzexperten auch gelernte Staudengärtner. Wir wissen, wie wir Blühabfolgen für immer neue „Ahs“ und „Ohs“ in Ihren Garten zaubern und wann auch bei Stauden der richtige Zeitpunkt für Rückschnitt, Düngung und Teilung ist.

Iris sibirica für eher feuchte Standorte

Die hohe Bartiris für sehr trockene, sonnige Standorte

Denn so schön Staudenbeete auch sind: sie brauchen eine pflegende Hand. Das gilt auch für Staudenwiesen, die vom Charakter her eine natürliche, wilde, eher ungebändigte Ausstrahlung haben. Wie schön, dass wir auch hierfür mittlerweile auf ein riesiges Sortiment zurückgreifen können. Glockenblumen, Wiesensalbei, Flockenblumen, Knautien, Margeriten, Wolfsmilch, Schafgarbe und Storchschnabel ziehen Insekten an und passen perfekt in Gärten. Kombinierbar sind diese Staudenwiesen übrigens auch mit Aussaaten von Blühmischungen (ohne Gräseranteil).

Die unglaubliche Vielfalt an Staudenverwendung können Sie sich übrigens ab jetzt in vielen Gärten der Region anschauen. Die Tage der offenen Gartenpforte beginnen diese Woche, das Programm finden Sie unter

https://ortenaukreis.landwirtschaft-bw.de/,Lde/Startseite/Fachinformationen/Veranstaltung+Offene+Gartentuer

https://www.landkreis-emmendingen.de/aktuelles/nachrichten-aus-dem-landkreis/2934/tag-der-offenen-gartentuer-2026-31-gaerten-beteiligen-sich-in-diesem-jahr

Einen wunderschönen Spätfrühling wünscht

Sylvia Schnick

Team Mission Grün